Das Jahr 525 nach dem Chaos

Januar im Jahr 525 n.d.C.

Der Kronrat hat seine Arbeit in Aquilda aufgenommen. Der Sitz des Kronrates ist die Feste Königswacht im Zentrum der Stadt. Diese war historisch schon immer der Sitz des Hohen Bannerherren von Aquilda. Auf der Agenda stehen neben der Suche nach König Dragan auch die Gerüchte über dämonische Bedrohungen im neu besiedelten Gebiet Kermaron in den Südlanden. 

Man war sich schnell einig, dass man Nachforschungen zum Verbleib des Königs  anstellen muss und deswegen wurden Experten der Magie aus den Universitäten Eglin und Eroglin beauftragt, den Ort des Verschwindens und den dort gefunden Feenstaub genauer zu untersuchen. 

Obwohl die Situation sehr dringlich zu sein scheint, kam es gleich zu Beginn der Sitzung zu einem Disput über die Finanzierung der Suche. Die Mutter des Herzogs von Ridan, Migrane de Uhlan, die als Vertretung für ihren Sohn Leomar II dessen Platz im Kronrat eingenommen hat, ist der Meinung, dass man das Geld lieber in den Ausbau des Zwillingshafens stecken sollte, um den Handel mit den Südlanden auszubauen. “Wenn der König verschwindet, dann sei das doch wohl Bahamuths Wille, sonst wäre das doch nicht passiert”, wird sie zitiert.

Februar im 525 Jahr n.d.C.

Aus den Sümpfen zwischen Terwan und Kerfrek gibt es Neues zu vermelden. Der Ausbau der Komturei des Ordens der Achenar in Elf Steine ist weiter fortgeschritten. Durch diese Vergrößerung der Unterkünfte in der Komturei ist es nun möglich mehr Arbeiter und auch Durchreisende zu beherbergen. Der Orden der Achenar ist in Elf Steine dafür verantwortlich die Wege durch die Sümpfe passierbar zu erhalten und für die sichere Reise der Händler zu sorgen. Es wird erwartet, dass sich der Handel mit Kerfrek auf dieser Route in den nächsten Jahren weiter verstärken wird.

April im 525 Jahr n.d.C.

Die Heiler der Akademie von Stinklbrunn können Erfolg vermelden. Nach mehreren Monaten der Behandlung haben sie die Quarantäne auf Feste Wachtenharg aufgehoben und sind zurück in ihre Heimat, in die Grafschaft Stein in Aquilda zurückgekehrt. Mir liegt der aussführliche Bericht des Dekans der Akademie von Stinklbrunn vor, denn ich auf Anfrage gerne weitergebe.

Mai im 525 Jahr n.d.C.

Feierlichkeiten in Kerawed. Seit der Verwüstung des Landes durch die Dunklen Horden ist mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt vergangen. Vieles wurde damals in den Kämpfen zerstört und so musste auch eine neue Grenzverteidigung am Ufer des Arweds errichtet werden. 

Nun ist die Feste Ostwall in Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Trawonischen Armee, Graf Victor von Eibenau, eingeweiht und offiziell den trawonischen Truppen übergeben worden. Die Feste Ostwall ist, zusammen mit den noch im Bau befindlichen Festen Nordwall und Südwall, wichtiger Bestandteil der neuen Verteidigungsstrategie in der Provinz Kerawed.. 

Im Rahmen der Festungseröffnung wurde auch ein Bahamuth Tempel in der Festung geweiht. Der Priester Nepomuk Lautenbrecher steht dort als Glaubenshüter bereit sich den Sorgen der Menschen anzunehmen.

Juni im 525 Jahr n.d.C.

Baron Richard von Steinfels lud zu seinem und Darons Geburtstag auf seinen Landsitz nach Hartenstein ein. Während der Feierlichkeiten kam es zu einem Angriff durch Kleriker der Reinheit. Diese warfen Richard Verrat und Ketzerei vor und forderten seine sofortige Hinrichtung. Nur den Anwesenden Gästen ist es wohl zu verdanken, dass dies nicht geschah. 

Außerdem kam vor Ort ein Streit zwischen dem Hohen Bannerherren und der Herzogin von Ridan zu seinem Höhepunkt. Der Bannerherr verurteilte die Angriffe der Kleriker der Reinheit zutiefst und kündigte ernste Konsequenzen für die diplomatischen Beziehungen zwischen Trawonien und Mortem an. Die Fürstin von Ridan hatte im Gegensatz dazu mehr Verständnis für die Taten der Kleriker der Reinheit und versuchte sie sogar zu rechtfertigen und zu entschuldigen. 

Nach einem offenen Streit mit dem Bannerherren reiste sie direkt zurück nach Ridan. Der Kronrat, ohne die Herzogin von Ridan, beschloss, nach Rückkehr des Bannerherren auf die Königswacht, einen Reichsbann über die Kleriker der Reinheit auszusprechen. Das bedeutet, dass Kleriker das Reich nicht mehr ohne vorherige Erlaubnis betreten können. Ein Teil der Kleriker verließ daraufhin das Land in Richtung Mortem, ein anderer Teil findet in Ridan Zuflucht. 

Etwas Seltsames hat sich in Trawonien ereignet. Im ganzen Reich wurde eine Engelserscheinung gesichtet, die eine Prophezeiung aussprach. Hier sind die Worte, die ich aus verschiedenen Quellen zusammengesucht habe:

“Und so wird es geschehen, wenn die Sonne das Lande Trawans am längsten erhellt und meine Stimme für immer verstummt ist, dann wird Sie sich erheben und Ihr Geburtsrecht einfordern. Unter dem Zeichen der Fackel und den verschlungenen Dreiecken wird sie das eiserne Bündnis erneuern und die Flammen des Lichts werden in den Herzen der Menschen erneut entfacht. Gemeinsam werden sie die alten Insignien ihrer Macht finden und dann wird sich Bruder gegen Bruder erheben und unter dem Zeichen der Sonne und des Dreiecks werden sie ausziehen, die Finsternis im Lande Trawans auszubrennen und das Land in eine Zeit des Wandels zu stürzen, bis das Blut der Ketzer die Felder tränkt und das Volk der Kaiserin des Morgens seine ewige Treue schwört.”

Juli im 525 Jahr n.d.C.

Die Forderungen des Kronrats, das Migrane de Uhlan nach Aquilda zurückkehren und in Ridan den beschlossenen Reichsbann durchsetzen und die Kleriker der Reinheit des Landes verweisen soll, verhallen ungehört. Die meisten Kleriker der Reinheit haben die anderen Provinzen des Landes aber bereits verlassen. Es gibt jedoch Gerüchte über ein großes Feldlager der Kleriker an der Küste Ridans. 

August im 525 Jahr n.d.C.

Der Kronrat hat beschlossen ein Regiment der Reichsgarde nach Ridan zu entsenden um die dort noch verweilenden Kleriker des Landes zu verweisen. Als das Regiment die Grenze nach Ridan überqueren wollte, stellten sich ihnen Truppen aus Ridan in den Weg. Um den Konflikt zu vermeiden haben sie sich vorerst zurückgezogen um neue Befehle aus Aquilda abzuwarten.

September im 525 Jahr n.d.C.

Noch bevor der Kronrat weitere Truppen entsenden konnte, hat die Herzogin von Ridan verkündet, dass ab sofort die Grenzen Ridans zum Rest Trawoniens geschlossen werden. “Man werde eine Aggression gegen die Kleriker nicht tolerieren”, wird sie zitiert.

Oktober im 525 Jahr n.d.C.

Das Sommersemester an der Universität von Eglin ist zu Ende gegangen. Die 231 diesjährigen Absolventen haben nun die Möglichkeit ihren weiteren Lebensweg auszuwählen. Die meisten werden sich wohl den Magiern der Lanzen des Lichts anschließen, der Rest wird erfahrungsgemäß der Akademischen Fakultät der Universitäten von Eglin oder der Universität von Eroglin beitreten.

November im 525 Jahr n.d.C.

Es wurde die Hochzeit zwischen Migrane de Uhlan von Hohenrechenberg mit Nicholas von Brunn bekannt gegeben. Noch am selben Tag dankte Herzogin Cecilia von Brunn in Nalven ab und Nicholas von Brunn wurde der neue Herzog von Nalven. Die Provinz Nalven schloss seine Grenzen zum Rest Trawoniens und der Handel im Zwillingshafen ist vollständig zum erliegen gekommen. Erstmals traten Kleriker der Reinheit Seite an Seite mit den Truppen Ridans auf. Gerüchte sprechen von der Ankunft vieler Schiffe der Kleriker der Reinheit im Hafen der Provinzhauptstadt Ridan. Anmerkung des Autors: Man bedenke, dass Mortem keine Küsten hat!

Dezember im 525 Jahr n.d.C.

Auf Grund der zunehmenden Spannungen zwischen den Klerikern der Reinheit und dem Kronrat haben sich die Achenar als neutraler Vermittler angeboten. Es wurden Einladungen an die Fürstin von Ridan, Mater Isolde von den Grünen und den Hohen Bannerherren Rasmus von Rothburg versandt um sich im Februar des nächsten Jahres in der Feste derer zu Stauffenberg zu Gesprächen einzufinden.