Das Jahr 527 nach dem Chaos

Januar im Jahr 527 n.d.C.

Gemeinsam mit Einheiten der Kleriker der Reinheit haben die Truppen Ridans die Grenze zur Provinz Nalven bei der Stadt Nalenur überschritten und damit begonnen die Provinz zu besetzen. Angeführt von der Herzogin von Ridan, Migrane de Uhlan von Hohenrechenberg und ihrem Ehemann dem Herzog von Nalven, Nicholas von Brunn trafen die vereinten Armeen auf so gut wie keinen Widerstand. 

Beim durchqueren der Grafschaft von Jerana war Graf Bertram Berggräber der erste der Adligen Nalvens, die dem neuen Herzog Nicholas von Brunn den Treueeid erneuerte.

Das Einrücken der Truppen Ridans wurde schon einige Tage vorher angekündigt und so wurden sie an manchen Orten sogar mit den Bannern Ridans und der Kleriker freudig empfangen. An mehr Orten als man vermuten möchte wurden dafür allerdings keine neuen Banner genäht, sondern die alten Banner aus den schweren Truhen auf den Dachböden oder den Kellern geholt.

Damit steht die Provinz Nalven de facto unter der Herrschaft der Herzogin von Ridan und ihren Verbündeten. Einzig der Militärhafen, der Teil des Zwillingshafens der Stadt Nalven ist, hat sich nicht den einrückenden Truppen ergeben. Andere militärische Stellungen der Trawonischen Armee haben sich ohne Widerstand ergeben und ihnen wurde der freie Abzug nach Rest Trawonien gewährt. Die Bewaffnung der sich ergebenden Armee wurde aber einbehalten.

Ab sofort sind an den Provinzgrenzen Nalvens genauso Truppen stationiert wie in Ridan und es wird ganz genau kontrolliert wer einreisen möchte. Bisher scheint aber zumindest der Handel über den Zwillingshafen ohne Störung weiter zu laufen.

 

Februar im 527 Jahr im Namen Bahamuths

Nach der Besetzung der Provinz Nalvens hat der Kronrat eine Verlautbarung verbreiten lassen:

“Der Kronrat Trawoniens verurteilt die Handlungen von Herzogin Migrane de Uhlan von Hohenrechenberg und von Herzog Nicholas von Brunn zutiefst. Das Kontrollen an den Grenzen der Provinzen zum Rest des Landes Trawoniens stattfinden und damit das freie Wegerecht beeinträchtigt wird stellt die territoriale Einheit Trawoniens selbst in Frage und ist als solches nicht hinnehmbar. Der Kronrat fordert die Herzöge Nalvens und Ridans dazu auf, die Truppen an den Grenzen sofort abzuziehen und erst danach ist der Kronrat bereit sich auf der Feste Stauffenburg des Orden Achenars zu Gesprächen mit den Herzögen Ridans und Nalvens einzufinden.

Auch die Beherbergung der aus dem Reichsgebiet Trawoniens verbannten Kleriker der Reinheit ist weiterhin eine offene Missachtung des vom Kronrat gemeinsam erlassenen Ediktes und wird nun durch Schließung des Wolkenpasses über die Schlucht von Murach in das Heilige Reich des Mortem Nachdruck verliehen. Kein Handel und auch kein Nachschub wird durch das Königreich Trawonien zu den Truppen der Kleriker der Reinheit fließen. Der Kronrat fordert die Kleriker dazu auf, sich aus dem Reichsgebiet Trawoniens zurück zu ziehen.”

Berichte aus den besetzten Gebieten sprechen bisher von einer weitgehend entspannten Situation. Es gibt an den Grenzen der Provinzen Nalven und Ridan feste Übergänge die von Einheiten der Nalvener und Ridaner Armee befestigt werden, aber nach der Verlautbarung des Kronrates sind die Grenzen für den Warenverkehr und auch den Personenverkehr wieder geöffnet. Der neue Termin für ein Treffen zwischen dem Kronrat und den Herzögen aus dem Süden ist nun der 3. März. 

Seit der Öffnung überqueren auch wieder mehr Leute die Grenzen. Aber nicht nur vom Süden in den Norden, auch in umgekehrter Richtung haben Menschen sich auf den Weg gemacht um sich in die Gebiete der Kleriker zu begeben.

Am 30. und 31. Januar fanden in Teilen Trawoniens die Feierlichkeiten zum Hochfest der Lanze statt. Hierbei wird der Lanze Sorans gedacht, die er auf unserer Welt zurückließ, damit die Menschen ihn nicht vergessen würden. Das Fest wird heutzutage meist eher einfach begangen. Die Dorfbewohner treffen sich in einer großen Scheune, der Priester spricht ein paar Worte und dann wird gemeinsam gegessen. Dazu gibt es für alle ein Glas Wein, mit dem wird Soran dafür gedankt, das er den Menschen ein Licht in der Finsternis hinterließ. Währenddessen dürfen die Kinder regional unterschiedlich die verschiedensten Spiele austragen. 

Im Norden wurde es auch in diesem Jahr so gefeiert, aber aus Nalven und Ridan erreichten uns allerdings Gerüchte, das es dort sehr strikt zugegangen sein soll. Das gesellige Beisammensein entfiel ebenso wie die Spiele für die Kinder. Stattdessen waren die Menschen in den Tempeln und es wurden die Schriften rezitiert. Danach gab es eine gemeinsame Meditation und abschließend wurde als Dank für Soran Wein vergossen. Auch wenn viele der jungen Leute enttäuscht über diese Änderung waren, haben sich scheinbar doch einige über diese neue Ernsthaftigkeit des Glaubens gefreut.

Auch vom Orden von Schwert und Kelch gibt es in diesem Monat Neues zu vermelden. Pater Anselm, der langjährige Großmeister des Schwertes hat alle Ordensbrüder und Schwestern für den Mai zu einem Konventus nach Prahtanperk geladen. Es solle sich Gedanken über seine Nachfolge gemacht werden. Im Rahmen des Konventus sollen sich geeignete Kandidaten im Kampf, der Strategie und dem Glauben beweisen um so in die engere Auswahl aufgenommen werden zu können.

Aus dem Norden vermeldet der Odem Bahamuts, das er übelst eingeschneit worden sei auf den Ebenen von Kilghard in den Nordlandclans. Man sei froh, dass man den Truppen vor dem Abmarsch aus der Festung Felsenklamm in weiser Voraussicht auch ordentliche Winterkleidung zugeteilt hatte. Bisher habe man noch keinen weiteren Angriffsbefehl erhalten. Die Verluste sind überschaubar und man freue sich dies vermelden zu können.